Universitätsklinikum Leipzig - Abteilung für Neonatologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Leitfaden für Eltern

Neugeborenengelbsucht und Phototherapie

Durch den normalen Abbau der roten Blutkörperchen kommt es zur Bildung eines gelben Farbstoffes (Bilirubin). Häufig entwickeln Früh- und Neugeborene in den ersten Lebenstagen eine Gelbsucht (Ikterus), die auf der Anhäufung dieses Farbstoffes beruht. Es handelt sich hierbei nicht um eine Krankheit, sondern um eine vorübergehende Unreife der Leber. Wird ein bestimmter Bilirubinwert überschritten, so beginnen wir eine Phototherapie, mit der das Bilirubin in der Haut abgebaut wird. Hierzu wird über den Inkubator oder über das Wärmebettchen eine Blaulichtlampe (kein UV-Licht) geschoben. Während der Phototherapie sind die Augen des Babys mit einer Brille abgedeckt. Damit möglichst viel Licht auf den Körper einwirken kann, liegen die Kinder nackt im Inkubator oder Bettchen und wir drehen die Kinder abwechselnd auf den Bauch oder Rücken. Die Dauer der Phototherapie richtet sich nach dem Schweregrad der Gelbsucht. Wenn Sie während der Phototherapie Ihr Kind besuchen möchten, fragen Sie die Schwester, ob es möglich ist, die Lampe kurzzeitig abzuschalten und die Augenbrille abzunehmen.

Verlegung

Benötigt Ihr Kind keine intensivmedizinische Betreuung mehr, wird es auf unsere Frühgeborenenstation (E1.2) verlegt. Auch wenn Sie sich bei der Verlegung auf ein neues Team einstellen müssen, sollten Sie nicht aus den Augen verlieren, dass die Verlegung Ihres Kindes meist ein Schritt heimwärts ist.

Überwachung

Auf unserer Intensivstation gibt es viele blinkende und tönende Apparate, die zur Überwachung Ihres Kindes dienen. Herzschlag und Atembewegung werden mit Hilfe von drei Elektroden, die auf den Brustkorb des Kindes geklebt sind, aufgezeichnet. So werden Unregelmäßigkeiten des Herzschlages und längere Atempausen des Kindes sofort durch Auslösen des Alarms bemerkt und es kann schnelle Hilfe geleistet werden. Oft kommt es durch Bewegung des Kindes jedoch auch zu Fehlalarmen, so dass nicht jeder Alarm eine Notfallsituation bedeutet. Kombisonden, die auf der Haut des Kindes befestigt sind, messen Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt des Gewebes durch die Haut hindurch und geben uns wichtige Informationen über die Atmung. Da diese Messfühler beheizt sind, kann sich die Haut leicht röten, was jedoch innerhalb weniger Tage abklingt. Der rot leuchtende Messfühler, der an Händen oder Füßen angebracht ist (Pulsoximeter), überwacht Sauerstoffgehalt und Pulsfrequenz. Der Blutdruck des Kindes wird mit einer Manschette am Arm oder Bein gemessen.

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Letzte Änderung: 13.12.2011, 14:33 Uhr
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