Universitätsklinikum Leipzig - Abteilung für Neonatologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Leitfaden für Eltern

Untersuchung

Plus Symbol Die wichtigste Untersuchung ist die regelmäßige körperliche Untersuchung Ihres Kindes durch den Arzt. Wie oft sie notwendig ist, richtet sich nach dem Zustand des Kindes. Bei schwerkranken Kindern müssen außerdem regelmäßig Blutuntersuchungen durchgeführt werden, etwa um die Funktion der Atmung, des Stoffwechsels und anderer Organe zu überprüfen oder um nach Infektionszeichen und Krankheitserregern zu fahnden. Die Blutproben werden dem Kind aus der Ferse oder aus einer Armvene entnommen. Wir untersuchen Blutgase (Astrup), Blutzucker, Blutsalze (Elektrolyte), Infektionszeichen, Bilirubin und Bluteiweißkonzentration und das Verteilungsmuster der Blutzellen (Blutbild). Auf unserer Station wird die gesamte Diagnostik mit fahrbaren Geräten am Bett des Kindes gemacht, um den schwerkranken Babys einen Transport zu ersparen. So besitzen wir fahrbare Röntgen- und Ultraschallgeräte (Untersuchung von Herz und Lunge). Insbesondere bei schwerkranken und künstlich beatmeten Neugeborenen geben wiederholte Röntgenaufnahmen unverzichtbare Informationen über den Zustand und Erfolg der Behandlung. Die Strahlenbelastung ist durch modernste Geräte so gering wie möglich gehalten. Schon in einem Abstand von 1,5 m ist die Strahlung so gering, dass keine Schutzmaßnahmen mehr notwendig sind. Dennoch werden Sie während der Röntgenuntersuchung aus dem Raum gebeten. Manche Organe, insbesondere das Herz, das Gehirn und die Nieren, können mit dem fahrbaren Ultraschallgerät untersucht werden, welches auch Bilder liefert, jedoch keine Strahlen aussendet.

Körperpflege

Schwerkranke Babys werden in den ersten 6 Tagen nicht gewaschen oder gebadet. Die Belastung wäre für die Kinder einfach zu groß. Erst wenn es der Allgemeinzustand des Kindes erlaubt, wird gewaschen oder in der Schüssel bzw. Wanne gebadet. Alle 4 Stunden werden die Windeln gewechselt und der Po mit Wasser, Öl oder einem Feuchtigkeitstuch gereinigt. Der Nabel wird mit Puder gepflegt, um ein rasches Abtrocknen zu erreichen und Entzündungen zu vermeiden. Sie werden sobald wie möglich an der Körperpflege Ihres Kindes beteiligt und dazu angeleitet. Pflegen fördert die Beziehung und macht für Ihr Kind und für Sie die Zeit im Krankenhaus leichter.

Inkubator

Der Inkubator (Brutkasten) führt Ihrem Kind Wärme und Feuchtigkeit zu. Außerdem erlaubt er eine besonders gute Beobachtung des Kindes. Wegen der noch ungenügenden Wärmebildung ziehen wir den Frühgeborenen manchmal auch Mützen, Söckchen und Hand-schuhe an. Sehr kleine Frühgeborene werden zusätzlich mit einer Plastikfolie abgedeckt, um Wärme- und Feuchtigkeitsverlust beim Kind so gering wie möglich zu halten. Nach Rücksprache mit der Schwester können Sie eine der Klappen öffnen, um Ihr Kind zu Streicheln oder auch nur um Ihre Hand aufzulegen. Ob Ihr Kind aus dem Inkubator herausgenommen werden darf, oder ob Sie es an die Brust legen dürfen (Känguruhpflege), wird vom aktuellen Befinden Ihres Kindes abhängig gemacht.

Atemhilfe

Plus Symbol Die meisten Babys auf unserer Station haben Schwierigkeiten mit der Atmung. Manche benötigen nur die Zufuhr von Sauerstoff, andere Kinder sind zu krank oder zu schwach, um ohne Hilfe atmen zu können. Bei ihnen wird eine CPAP-Atemhilfe oder eine künstliche Beatmung angelegt. Bei sehr unreifen Frühgeborenen ist die Atmung oft noch nicht regelmäßig und es kann zu kurzen Atemstillständen (Apnoen) kommen. Diese behandeln wir durch Medikamente oder durch Stimulation des Kindes.

Infusionen

Viele Neugeborene benötigen Infusionen, über die Nährstoffe, Salze, Flüssigkeit und Medikamente verabreicht werden. Häufig sind diese an der Hand des Kindes angelegt. Sie können sich aber auch an anderen Stellen befinden. Diese Stellen müssen gewechselt werden, weil die zarten Venen die Belastung nur eine bestimmte Zeit aushalten.

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Letzte Änderung: 13.12.2011, 14:32 Uhr
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