Universitätsklinikum Leipzig - Abteilung für Neonatologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Leitfaden für Eltern

Ernährung des Kindes

Ihr Kind wird vom Moment der Aufnahme an ernährt: Die Zufuhr von Nährstoffen ist für Heilung und Wachstum unverzichtbar. Mit der Infusion gelangen die Nährstoffe, ähnlich wie vor der Geburt durch die Plazenta (Mutterkuchen), direkt ins Blut. Sobald wie möglich bekommt das Kind auch Milch als Nahrung. Wenn es zu schwach oder zu unreif ist, wird die Nahrung über eine Sonde verabreicht. Kann es selbst trinken, so wird es mit der Flasche gefüttert oder Sie können es an die Brust legen.

Muttermilch

Plus Symbol Sie haben sich sicher gewünscht, Ihr Kind zu stillen. Die Milch der eigenen Mutter ist gerade für kranke Neu- und Frühgeborene besonders wertvoll. Sie enthält Abwehrstoffe gegen Infektionen und Wachstumsfaktoren für die Entwicklung des Nervensystems. Viele unserer Kinder sind zu klein oder zu krank, um gestillt zu werden, dann ernähren wir sie mit Ihrer abgepumpten Milch. Wenige Mütter können oder dürfen ihr Kind nicht stillen. In diesem Fall werden die Kinder mit Frauenmilch von Spenderinnen oder mit einer der Muttermilch angeglichenen speziellen Früh- oder Neugeborenennahrung ernährt.
Zur Anregung der Milchbildung ist es wichtig, die Milch in regelmäßigen Abständen abzupumpen. Füllen Sie bitte jede Portion in eine sterile Flasche und beschriften Sie diese mit Namen, Datum sowie Uhrzeit. Die Muttermilch ist kühl zu lagern und innerhalb von 24 Stunden in unsere Klinik zu bringen. Im Sommer sollten Sie die Flaschen in einer Kühltasche transportieren. Bitte geben Sie Ihre Milch in der Frauenmilchsammelstelle (Kinderklinik Untergeschoss) oder auf unserer Station ab.
Falls Sie mit dem Abpumpen Schwierigkeiten haben, sprechen Sie mit unseren Schwestern und Ärzten, sie können Ihnen manche „Tricks" zeigen. Auf den Neugeborenen- und Wochenstationen zeigen Ihnen die Schwestern die Milchpumpen und geben Ihnen das nötige Zubehör sowie sterile Flaschen. Wenn Sie die Muttermilch zu Hause abpumpen, bekommen Sie ein Rezept für eine Pumpe und können sterile Flaschen von uns mit nach Hause nehmen. Sobald Ihr Kind selbst trinken kann, dürfen Sie es auch selbst füttern und gegebenenfalls anlegen. Dabei wird Ihnen die Schwester gern helfen.

Sondenernährung

Bei Kindern, die noch nicht selbst trinken können, wird die Nahrung über eine durch die Nase oder durch den Mund gelegte Sonde in den Magen gegeben. Dadurch wird verhindert, dass sich das Kind verschluckt (aspiriert). Diesen Vorgang nennen wir Sondieren. Die Magensonde ist mit einem Pflasterstreifen an den Wangen befestigt. Anfangs bekommt Ihr Baby sehr kleine Nahrungsmengen in kurzen Zeitabständen. Mit zunehmendem Gewicht und Alter erhöhen wir die Nahrungsmenge stufenweise, um Magen und Darm langsam an die Verdauung zu gewöhnen.

Ihr Baby gedeiht

Nach der Geburt nehmen die meisten Kinder etwas an Gewicht ab, das ist ganz normal. Bei Frühgeborenen kann es mehrere Wochen dauern, bis eine echte Gewichtzunahme einsetzt. Gedeihen ist mehr als Gewichtszunahme. Babys können von Geburt an hören, sehen, fühlen und riechen. Sie werden bald spüren, dass Ihr Kind Sie kennt und sich über Ihren Besuch freut.

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Letzte Änderung: 13.12.2011, 14:33 Uhr
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